Blähbauch ade
Stress, falsche Ernährung, zu wenig Bewegung: Das sind die häufigsten Ursachen für Verdauungsprobleme. Diätologin Jacqueline Karlinger aus dem Sozialmedizinischen Zentrum Süd informiert, was man dagegen tun kann.
Viele Kräuter haben eine verdauungsfördernde Wirkung – zum Beispiel Bohnenkraut, Lorbeer oder Petersilie.
Leben & Freude: Jetzt kommt die Zeit von Martinigansl und Keksen. Muss ich tatsächlich auf alles verzichten?
Jacqueline Karlinger: Nein, das wäre ganz falsch! Ab und zu ist eine kleine Sünde erlaubt – vor allem zu dieser Jahreszeit! Zu besonderen Anlässen darf man natürlich auch mal über die Strenge schlagen.
Das heißt dann am nächsten Tag fasten?
Ganz so einfach ist es nicht. Wer sich auf Dauer falsch ernährt, der kann durch einen Fastentag nicht alles wieder gut machen. Das gilt zum Beispiel bei zu viel Fett. Schon Paracelsus hat gesagt: Die Menge macht das Gift. Das gilt für fast alle Lebensmittel.
Wozu kann man greifen, wenn einen die Lust auf Kalorienbomben überkommt?
Wenn man die Wahl hat, sollte man die Finger von Mürbteig und Blätterteig lassen. Die sind sehr fett. Besser sind Kekse aus Eischnee. Statt Knödel als Beilage zum Braten ist auch Salat ganz herrlich und wer zum Wiener Schnitzel statt Pommes Petersilkartoffeln isst, hat eine Menge Kalorien gespart.
Wie kann ich meiner Verdauung helfen?
Da sind Kräuter eine gute Möglichkeit. Viele haben eine verdauungsfördernde Wirkung – zum Beispiel Bohnenkraut, Lorbeer oder Petersilie. Ein Kräutertee aus Anis, Fenchel und Kümmel am Abend kann Wunder wirken.
Was halten Sie von einem Verdauungsschnaps?
Das hilft höchstens als Placebo, weil es schön warm wird im Magen. Grundsätzlich verzögert Alkohol die Verdauung der Speisen sogar. Unser Körper möchte den Alkohol zuerst abbauen, das Essen bleibt liegen.
Was sind die häufigsten Gründe für Verdauungsstörungen?
Im Krankenhausalltag habe ich oft mit Menschen zu tun, die wegen ihrer Krankheit Verdauungsprobleme haben. Bestimmte Medikamente können Verdauungsprobleme auslösen. Wenn es nicht an Medikamenten liegt, ist Bewegungsmangel oft der Auslöser. Es muss nicht jeden Tag ein Dauerlauf sein, aber regelmäßig etwas Sport zeigt sofort Wirkung. Die meisten Menschen kauen auch viel zu wenig und essen zu große Portionen auf einmal.
Welche Tipps sollte man beim täglichen Ernährungsplan beachten?
Fünf Mal am Tag Obst oder Gemüse halte ich für sehr wichtig. Das liefert Ballaststoffe und Vitamine, hat viele Nährstoffe und wenig Kalorien. Viel kalorienarme Flüssigkeit zu sich nehmen und es mit dem Alkohol nicht übertreiben. Das wäre eine gute Basis.