Fitschigogerl: Fußball mit Münzen
Fitschigogerl, ein Ur-Wiener Geschicklichkeitsspiel, feiert ein Comeback. Peter Förster ist Mitglied im 1. Österreichischen Fitschigogerl-Club und möchte in diesem Winter im Karl-Wrba-Hof eine Meisterschaft organisieren.
Schon seit seiner Schulzeit ist Peter Förster ein begeisterter Fitschigogerl-Spieler.
Drei Münzen, ein Lineal, ein Spielbrett und ein/-e GegnerIn: Das ist alles, was Peter Förster zum Fitschigogerln braucht. Tormann und Spieler sind 5-Schilling-Münzen, der Ball ist eine 2-Groschen-Münze. Bewegt wird der Spieler mit dem Lineal.
Das Ziel: Die kleine Münze in das Tor der Gegnerin bzw. des Gegners zu befördern. „Schon in der Schulzeit habe ich gerne in der Pause mit meinen Freunden Fitschigogerl gespielt“, berichtet der 70-jährige Wiener.
Mit Köpfchen gespielt
Seit 1997 ist der Senior im 1. Österreichischen Fitschigogerl Club. Dort spielt er jedes Jahr um die Meisterschaft. Die Mitglieder treffen einander jeden Dienstag in der Donaustadt. Gespielt wird „Mann gegen Mann“. Ein/-e SchiedsrichterIn beobachtet das Spiel. Trotz Handicaps – Peter Förster braucht Krücken – kann der lebensfrohe Spieler auf Erfolge verweisen. „Ein Mal schon konnte ich einen Meisterpokal in Empfang nehmen – wenn auch nur in der dritten Division“, erzählt er mit einem Augenzwinkern.
„Es macht mir Spaß, mich mit anderen zu messen. Jung und Alt kommen hier zusammen. Es ist interessant, die Eigenheiten der einzelnen Spieler herauszufinden und dieses Wissen zu nutzen, um ein Tor zu schießen“, so Förster. Bei diesem Sport zählt also nicht nur eine flinke Hand, sondern auch die richtige Taktik.
MitspielerInnen gesucht!
Derzeit sucht Peter Förster SeniorInnen, die gerne Fußball mit Münzen spielen. Im Jänner will er im Karl-Wrba-Hof in Favoriten mit einer Meisterschaft beginnen. Jeden Donnerstag ab 18 Uhr soll gespielt werden. Ein Match dauert 2 x 15 Minuten. Interessierte melden sich bei Peter Förster unter Telefon 0676/700 20 30. „Auch Frauen sind bei uns herzlich willkommen“, betont der Pensionist.
Übrigens: Wer ein eigenes genormtes Fitschigogerl-Brett besitzt, ist im Vorteil. Förster: „Manche sind rauer, andere glatter. Die Münzen rutschen mehr. Wer seinen Heimplatz gut kennt, ist kaum zu schlagen.“